15. August 2024
Über eine Stunde verbringen wir nun schon in der schönen Scheune unseres Bauernhofs im Internet. Es ist lästig, jeden Tag nach Campingplätzen zu suchen. Die meisten sind voll, complet. So haben wir uns die Fahrt durch Frankreich nicht vorgestellt. Irgendwann geben wir es auf und fahren los. Unnötig spät.
Wir meiden die Küste und fahren in zweiter Reihe durchs Hinterland. Eine ideale Radfahrgegend. Kleine Straßen, viele Kurven, auf und ab, durch Wälder und Felder. Immer mal eine kleine Ortschaft. Und vor allem: kein Verkehr. Wir genießen die Strecke. Vor La Rochelle wird die Topografie flach. Wir sind in den Marais, den Sümpfen. Unzählige Wasserkanäle weisen darauf hin, dass die Sümpfe trocken gelegt wurden. Die Marais gibt es nicht mehr. Die Flächen werden landwirtschaftlich genutzt. Auf einem Schild wird darauf hingewiesen, wann welche Fläche trocken gelegt wurde. Nach heutigen Erkenntnissen der falsche Weg. Würden die Marais wieder renaturiert, würden sie Unmengen von CO2 aufnehmen. Ein riesiger Speicher. Man könnte halt nichts mehr anbauen.
Die Strecke geht über staubige Radwege. 15 Kilometer vor La Rochelle finden wir noch einen freien Zeltplatz. Von den Sümpfen übrig geblieben sind die Moskitos. Wir flüchten zeitig ins Zelt. Morgen wollen wir früh zu der Fähre auf die Ile d´Oléron.
Urlaub auf der Ile d’Oléran
16. August 2024
Unser Wecker klingelt um 6 Uhr. Wir frühstücken die Reste, die wir noch dabei haben. Heute müssen wir uns beeilen. Unsere Fähre fährt kurz vor 11 Uhr ab La Rochelle. Über Nebenstraßen kommen wir gut in die Stadt. Kurzer Stopp bei Decathlon: ein neuer Euro-Adapter muss her. Klaus hat unseren gestern irgendwie verloren.
Am alten Hafen haben wir noch Zeit uns etwas anzuschauen. Passanten sprechen uns auf unsere Tour an. Die Fahne an Sabines Rad mit der geplanten Strecke erweckt ihr Interesse. Auf der Fähre treffen wir einen Radreisenden aus Paris. Er ist mit einem britischen Faltrad unterwegs. Eine Marokkanerin spricht uns an, scannt unseren QR-Code und ist an unserem Spendenprojekt interessiert. Auf der Insel telefonieren wir mit Sabines Kollegin Julia. Vier Kolleg’innen machen hier mit Kindern und Hunden Urlaub. Es wäre toll, sie alle zu treffen. Wir verabreden uns für den Nachmittag. Bis dahin wollen wir bis zur Nordspitze zu einem Leuchtturm und wieder zurück. Es gibt viele Radwege aber auch viele viele Touristen. Die meisten auf Leihrädern. Mit unseren schweren Rädern können wir nur langsam fahren und müssen höllisch aufpassen. Der Norden der Insel ist sehr schön. Es geht zuerst durch Wälder, dann an Sandstränden und Dünen vorbei. Am Leuchtturm ist Hochbetrieb. Hier waren wir vor Jahren schon mal. Sabines Kolleg’innen Julia, Sarah, Achim und Basti treffen wir am Strand. Sie staunen über unsere voll gepackten Räder und helfen uns, sie durch den Sand zu schieben. Es ist schön alle hier zu treffen. Und endlich können wir im Atlantik schwimmen. Sogar gemeinsam. Sonst passen wir immer abwechselnd auf die Wertsachen auf. Irgendwann müssen wir weiter. Wir verabschieden uns bis in einem Jahr. Bis zum übernächsten Schuljahr. Übermorgen müssen sie heim fahren. Wir sind weiter auf dem Weg nach Marokko.















