Gewitter und Hagel

28. Oktober 2024

Heute ist kaltes, regnerisches Wetter vorhergesagt. Wir hoffen, dass wir noch trocken nach Ourika kommen. Es geht sanft bergauf. An einer Tankstelle trinken wir einen Kaffee. Die Tankstellen an den Hauptstraßen sind wie Autobahnraststätten zuhause. Und doch etwas anders. Mit Cafés, Imbiss mit Tajine, meist sauberen Toiletten, Reparaturwerkstätten, Waschanlagen, … und Gebetsräumen. Kurz nach der Tankstelle fängt es zu regnen an. Wir rüsten uns mit den Regensachen aus. Wir sehen über ein grünes Tal bis zu den Bergen. Bedrohliche Wolken kommen näher. Ein Gewitter. Wir sehen die Blitze. Wir geben Gas, um von dieser Lage auf der Hochebene wegzukommen. Es gibt nirgendwo Schutz. Dann geht es runter nach Ourika. Und es fängt an, heftig zu hageln. Immer dicker werden die Körner. Sie tun richtig weh. Sogar durch die Jacke hindurch. Überall schlammiges Wasser auf der Straße.

Und in Ourika eine Umleitung um einen Souk. Wir kommen fast nicht durch. Verkehrschaos. Dann stehen wir mitten im Verkehr und suchen unsere Unterkunft. Wieder weiß keiner, den wir fragen, Bescheid. In einer kleinen schlammigen Straße müsste es sein. Wir versuchen unser Glück. Da ist sie. In einer grünen Oase hinter einer großen Mauer. Die Villa des Étoiles. Ein liebevoll eingerichtetes  Gebäude. Mit einer marokkanischen Chefin und ihrem britischen Ehemann. Sie sind sehr nett und hilfsbereit. Der Brite geht mit uns in einen Shop zum Aufladen von Sabines SIM-Karte. Die Dame dort spricht Berbersprache Tamzight. Eine Frau übersetzt. Es klappt. Beim Zurückgehen erklärt er uns, dass die Berbersprache mit ihren besonderen Schriftzeichen heute wieder mehr benutzt wird. Auch auf den Verkehrsschildern. Sie sind oft dreisprachig. Arabisch, Tamzight und französisch. Französisch verschwindet zunehmend. Die marokkanischen Kinder wollen heute eher Englisch lernen. Wer möchte auch die Sprache der ehemaligen Kolonialherren lernen?, meint der Brite dazu.

Ourika ist eine eher hässliche Stadt. Und heute sehr laut. Like India, so der Brite. Es gibt auch schöne, stille Flecken. So einen Garten mit Palmen, Oliven, Rosen und Katzen. Im Gegensatz zum Souk auf der anderen Flussseite. Über eine wackelige Holzbrücke kommen wir hin. Eine richtige Brücke gibt es nicht mehr. Sie wurde vor fünf Jahren bei einer Überschwemmung zerstört und nicht wieder aufgebaut. Für die Autos gibt es eine Furt. Hat der Fluss zuviel Wasser geht nichts mehr. Weit und breit gibt es keine Brücke. In unserer Villa essen wir zu Abend mit einem netten Paar aus Quebec/Kanada. Sie reisen sechs Wochen durch Marokko.

Es sieht schon morgens nach Regen aus
Wenigstens eine Moschee steht in jedem Nichts
Typischer Baustil: Garagenhäuser oft nur mit Rohbau drüber
Spezielle mobile Tankstellen, wohl für die Mopeds
Tatsächlich ein Radweg
50 km vor Marrakesch glauben wir die riesige Stadt schon zu sehen.
Auf den letzten Kilometern sind wir mittendrin…
… im Gewitter mit Donner und Hagel.
Nach langer Suche im verregneten Ourika finden wir unsere Unterkunft, eine Oase, in einer verschlammten Seitenstraße.
Die Straßenbrücke wurde nach einem Hochwasser weggerissen und seit Jahren nicht mehr aufgebaut.
Die Einwohner von Ourika queren den großen Fluss…
… über eine selbst gebastelte Notbrücke.
Nach dem Souk: überladene PKWs, vollgeladene Esel und Räder.
Die wilden Hunde verfolgen den Müll
Die Auswirkungen des Erdbebens sind noch offensichtlich
Mopedhandel und -Werkstatt
Bei Problemen mit der Autoelektrik wird hier fachmännisch geholfen
In der nicht so tollen Stadt finden wir noch einen tollen Garten…
… und das wieder bei ersten Sonnenstrahlen.