Die Inner Road durch die Berge

26. Januar 2025

Wir fahren extra früh los, um dann am Anfang schon eine Stunde zu verlieren. Wir wollen heute nicht weiter an der Küste fahren, sondern über die Inner Road durch die Berge. Unsere Abkürzung zur Inner Road führt über eine Seitenstraße, an deren Ende über einen Kilometer Schotterpiste.

So weit so gut. An einem breiten Flussbett wartet unsere Überraschung. Es gibt keine Brücke, nur eine Furt. Für einen Geländewagen kein Problem. Den ersten Flusslauf hätten wir auch überqueren können, wir haben schon Trittsteine reingelegt. Doch dann fährt ein Pickup durch eine zweite Furt. Diese ist bestimmt einen halben Meter tief. Wir müssen zurück. So ein Ärger. Mountainbiker kommen aus einem Waldweg. Wir fragen, ob wir über den Weg zurück zum Highway kommen. Es ist möglich. Es geht über einen Single Trail. Mehrere Kilometer. Vom Highway sind es nur 100 m bis zur Inner Road. Über eine Brücke. Endlich.

Die Landstraße durch die Berge ist ohne Verkehr und wunderschön. Vorbei an Rinder- und Schaf-Farmen mit Hunderten Tieren auf den grünen Weiden. Die Farmer besitzen riesige Herden. Sie bleiben das ganze Jahr draußen auf der Wiese. Ställe sind nicht notwendig. Sonst könnten nicht so viele Tiere gehalten werden. Doch wozu brauchen die vier Millionen Neuseeländer so viele Kühe und Schafe? Ihre Haltung ist wegen dem Methanausstoß umstritten. Gegen eine Pupssteuer haben sich die Bauern bisher erfolgreich gewehrt.

Unsere heutige Strecke ist total anstrengend. Es geht wohl nur auf eine maximale Höhe von 450m, doch das mehrmals. Dazwischen immer wieder runter in tiefe Flusstäler mit einspurigen Brücken. Dann wieder steil hinauf. Wir sind sooo langsam. Sabine ist schlecht. Ihr Kreislauf will nicht mehr und der Magen krampft. Ist vielleicht das Wasser schlecht? Vor zwei Tagen mussten wir es im Motel abkochen. Wir essen unsere Brote. Es geht wieder. Und ab jetzt, bis auf drei bis vier neue Steigungen, nur noch bergab. Die Aussicht auf die Seaward Kaikoura Range ist fantastisch. Dicke Wolken ziehen auf. Wir geben Gas und schaffen es gerade noch bis Waiau. 87 Kilometer und 1.300 Höhenmeter. Es reicht. Im Garten der Morgans haben wir ein Tiny-House. Es gewittert, regnet und stürmt. Der erste richtige Regen in Neuseeland. Klaus fährt noch zum Supermarkt und staunt über die Farmer, die am Eingang ihre dreckigen Schuhe ausziehen und auf Strümpfen in den Laden gehen. Das ist Neuseeland.

Gegen den Wind durch die Greenlands

27. Januar 2025

Es stürmt nicht mehr so heftig wie gestern, aber der Wind weht immer noch stark. Und uns genau entgegen. Dann fängt es auch noch zu regnen an. Egal. Auch das ist Neuseeland. Wir haben mit Regen gerechnet. Unsere heutige Strecke ist nicht so lang. Nur etwas mehr als 70 Kilometer. Und meist eben. Doch wir kommen nicht voran. Wir kämpfen gegen den Wind. Zermürbend. Wir fahren durch die Greenlands. Eine Ebene zwischen Bergketten. Es gibt nur grüne Wiesen, Schafe und Kühe. Vor allem Kühe. Wir haben gelesen, dass manche Herden bis zu 1000 Tiere groß sind. Und dass sie nicht mehr typischen Farmern gehören, sondern Betrieben (Ltd) mit gemietetem Weideland. Die Weiden werden sogar heute im Regen besprüht. Damit sie grün bleiben und den unzähligen Rindern Nahrung bieten. Der Wasserverbrauch dazu soll so groß sein, wie eine Million Menschen verbrauchen würde. Und die Neuseeländer brauchen wirklich nicht so viel Milch. Hauptabsatzmärkte sind China und Indien.

Der Regen hat aufgehört. Es geht fast nur geradeaus. Endlich eine Kurve und ein Wald. Wir fahren zu einer Toilette auf einem Camperstellplatz. Ein Wohnwagen ist von einem riesigen Baum im gestrigen Sturm völlig zerstört worden. Die Polizei macht gerade die Unfallaufnahme. Hoffentlich war da kein Mensch drin. Wir biegen von der Hauptstraße ab. Ein Umweg aber kein Verkehr. Im einzigen Ort halten wir an und fragen im kleinen Supermarkt nach einem Kaffee. Sieben Kilometer weiter im nächsten Ort gibt es ein Café, rät uns die nette Kassiererin. Auch gut, dann eben eine kleine Stärkung vor unserem einzigen Pass heute. Dann geht es nur noch bergab in eine bekannte Weingegend. Am sonst blauen Himmel sehen wir einzelne dicke Wolken aus denen es regnet. Das ist also das Wetter, wenn der Wetterbericht als Symbol gleichzeitig Sonne, Wolken und Regen anzeigt. Wir fahren direkt auf einen Regenschleier zu. Und werden nass. An unserem Ziel scheint wieder die Sonne. Wir übernachten an einem historischen Bahnhof in Waipara. Die Bahnlinie über den Pass gibt es nicht mehr. Aber die alten Waggons. In einem wohnen wir heute Nacht.

Etappe 3
Die erste Furt wäre vielleicht noch zu schaffen, aber die zweite?
Trockene aber anstrengende Alternative…
… Single Trail.
Bahnübergänge in NZL – Augen auf, Ohren spitzen
Eine der kleineren Herden
Auf der Inner Road – traumhaft.
!!!
Schmächtiger Bulle
Wir genießen kleine Abfahrten…
… eine tolle Hochebene…
… können das Navi ausschalten…
… und stöhnen über 1.300 Höhenmeter.
Sabine ist geschafft – ein Snack bringt neue Energie.
Die Straße wird immer wieder einspurig – One Lane Bridge
Gerade noch im Trockenen am Tiny der Morgans angekommen…
… dann stürmt und schüttet es aus Eimern.
Etappe 4
Auf dem Land in der Prärie…
… eine perfekte Infrastruktur.
Pause am einzigen Supermarkt auf 50 km…
… einen Kaffee gibt es erst 7 km weiter.
Heute übernachten wir im historischen Eisenbahnwagon.
Erdbebenverhaltensregeln