26. Februar 2025
Die Sonne scheint wieder. Heute ist einer der 65 Sonnentage hier an der Westcoast. Der Flötenvogel Tui pfeift so laut er kann. Und alle Radfahrer in unserer Unterkunft machen sich auf den Weg. Wir wollen zum Fox Glacier. Wir haben ihn auf unserem Scenic Flight mit der Cessna schon von oben gesehen. Das Wetter ist gut. Es gibt nur wenige Wolken. Unsere Strecke ist kurz aber steil. Wir fahren nur durch Regenwald und sehen in der Ferne wieder den Mount Cook. In Fox Glacier Township geben wir unsere Packtaschen auf dem Campingplatz zur Gepäckaufbewahrung ab. Zum Einchecken ist es zu früh.
Ohne Gepäck fahren wir den Wander- und Radweg bis zum Aussichtspunkt auf den Gletscher hoch. Der Weg führt durch wunderschönen Wald. Wir haben Glück. Wir sehen den Gletscher mit seinen vielen tiefen blau schimmernden Spalten. Die Sonne lässt ihn gerade noch strahlen. Über ihm sind dunkle graue Wolken. Und unter ihm ist eine riesige Schotterfläche. Ganz früher hat er mal fast bis zum Meer gereicht. Heute liegt seine Gletscherzunge 300 m über dem Meeresspiegel. Sehr niedrig für einen Gletscher. Doch er verändert sich ständig. Bis 2007 dehnte er sich sogar aus. Danach zog er sich zurück. Grund dafür ist seine schnelle Fließgeschwindigkeit. Er schiebt sich einen Meter pro Woche vorwärts. In tieferen Lagen schmilzt er. Bei überdurchschnittlichen Schneefällen in den Bergen wächst seine Masse. Doch auch hier macht sich der Klimawandel bemerkbar. Die Hänge seitlich des Moränengebietes stürzen bei starken Niederschlägen ein. Wo früher noch Wege zu Aussichtspunkten weiter oben führten, ist heute nur noch Geröll. Vor dem Betreten der Geröllflächen wird eindrücklich gewarnt.
Wir sind beeindruckt von der Schönheit der Eismasse. Ob sie ewig besteht, ist fraglich. Schön, dass wir den Gletscher noch so sehen können. Doch wir haben noch nicht genug von Gletscherblick. Wir fahren in Richtung Tasman Sea zu einem 10 km entfernten Aussichtspunkt. Und haben wieder Glück. Zwischen schwarzen Bergen und unter grauen Wolken schimmert der Fox Glacier weiß in der Sonne.
Franz Josef Glacier
27. Februar 2025
Noch ein Gletscher. Der Franz Josef Glacier. Benannt nach dem Kaiser Franz-Josef l von Österreich. Der Gletscher war aus dem Flugzeug noch imposanter als der Fox. Auch ihn wollen wir von unten sehen. Deshalb fahren wir heute nur bis zum Nachbarort nach Franz Josef Township. Nur ungefähr 30 km , dafür aber über drei Pässe und insgesamt über 600 Höhenmeter. Es ist wieder eine landschaftlich schöne Strecke durch die steilen Hügel, die komplett durch den Rain Forest führen. Wir könnten die Fahrt eher genießen, wenn es nicht täglich diese Schreckmomente durch viel zu eng an uns vorbei fahrenden Fahrzeugen gäbe. Heute ist es ein LKW, gestern ein Van und vorgestern ein Wohnmobil. Das kostet Nerven. Im Ort gibt es einen Radweg. Doch der ist zugeparkt. Viele Touristen starten hier zu ihrem Gletscherabenteuer per Helikopter. Wir geben wieder unsere Radtaschen auf dem Campingplatz ab. Wie gestern. Und fahren über einen Radweg bis zum Ausgangspunkt des Walkaways zum Glacier Lookout.
Wir kommen gerade noch rechtzeitig an, bevor zu viele Wolken die Aussicht trüben. Er ist ebenso imposant wie der Fox. Etwas störend sind wie gestern die vielen Helikopter über uns. Der Fluglärm übertönt das Zwitschern der Vögel. Eigentlich sollte es hier Keas, Papageien, geben. Doch die haben sich bestimmt eine ruhigere Gegend gesucht. Der Franz Josef Gletscher fließt noch schneller als der Fox. Durch die vielen Wasserfälle, die unter dem Eis abfließen, schiebt er sich jeden Tag um einen halben Meter nach unten. Seine Gletscherzunge liegt auf 400m. Seit 1999 wächst seine Masse auch nicht mehr. Regen gibt es hier genug, doch ob es in Zukunft wieder so starke Schneefälle gibt, damit die Gletschermasse zunimmt, wird angesichts der Erderwärmung nicht erwartet.

























