Traumpfade

10. April 2025

Der Himmel ist heute intensiv blau. Wie so oft in Neuseeland. Es gibt fast keine Luftverschmutzung und der Wind vom Pazifik weht immer frische Luft heran. So blau ist der Himmel zuhause nie. Ein schöner Tag, den wir noch nutzen wollen. Wir fahren einen kleinen Umweg zu den Mangawhai Heads. Dort gibt es einen Cilff Walk. Den werden wir gehen. Mit dem Auto fahren hat heute einen Vorteil. Wir können auf dem Weg nach Auckland nochmal anhalten. So können wir ein letztes Mal in Neuseeland wandern. Wir parken an einem Strand vor einer Insel aus Sand. Mit richtig hohen Dünen. Der Trail startet ganz in der Nähe. Es ist ein Rundweg. In eine Richtung geht es hoch oben auf den Klippen und dann unterhalb auf Meeresniveau über Felsen und Sandstrand zurück.

Der Klippenweg bietet grandiose Ausblicke auf den langen Strand , das Meer und vorgelagerte Inseln. Er führt durch subtropischen Regenwald mit Baumfarnen und Palmen. Der Flötenvogel Tui pfeift die ganze Zeit für uns. Ein toller Weg. Wir sind überwältigt. Der Norden Neuseelands hat so wunderschöne Küsten. Über Treppen gehen wir hinunter zum Meer. Wir klettern über Felsen und riesige Kieselsteine. Perfektes Timing, denn das geht nur bei Ebbe. Am Ende erreichen wir den langen Sandstrand. An dem riesigen Strand gibt es wie überall an  Neuseelands Stränden kein einziges Stück Müll. Auch im Wasser schwimmt nichts, was nicht dahin gehört. Die kleinen Wellen laden zum Schwimmen ein. Ein letztes Mal im Pazifik. In glasklarem Wasser. Ob wir irgendwann und irgendwo wieder so ein Wasser haben werden? Das stimmt uns schon ein bisschen wehmütig. Aber wir genießen unser letztes Mal im Meer.

Dann geht es zurück in die Zivilisation der Großstadt. Sogar am Ende über eine Autobahn. Dort haben wir zähflüssigen Verkehr und in der Gegenrichtung ist ein bestimmt 30 km langer Stau. Rushhour. Auch das gibt es in Neuseeland. Aber nur im Großraum Auckland, wo mehr als ein Drittel aller Neuseeländer leben. Unser Hotel liegt auf einer Halbinsel mit Blick auf die Skyline der City und auf die Harbour Bridge. Das haben wir gut gewählt. Hier ist es total ruhig. Und morgen kommen wir mit einer Fähre schnell in die City.

Auckland

11. April 2025

Mit der Fähre nähern wir uns der City. Es gibt einige Hochhäuser und den alles überragenden Sky Tower. Auckland ist die größte Stadt Neuseelands mit fast 1,8 Millionen Einwohnern. Aber nicht die Hauptstadt. Dies ist Wellington. Von den Māori wird Auckland Tāmaki Makaurau genannt. Das bedeutet „eine junge Schönheit mit 100 Liebhabern“. Ob die Stadt schön ist, werden wir sehen. Besonders ist sie auf jeden Fall. Die Stadt Auckland ist auf einem Vulkanfeld erbaut worden. Sie hat 53 nicht mehr aktive Vulkane in ihrem Stadtgebiet und steht unter direktem Einfluss des Pazifischen Feuerrings. Der letzte Ausbruch war vor ca. 600 Jahren. Auckland liegt an geschützten Meeresbuchten der Tasman Sea im Westenund des Pazifiks im Osten. Es hat den größten Jachthafen der südlichen Hemisphäre.

Wir wollen auf den Sky Tower, den Funkturm. Er ist etwas niedriger als der Funkturm auf dem Alexanderplatz in Berlin, doch hoch genug um die komplette Stadt zu überblicken. Uns reicht der Blick durch die Glasscheiben. Für Adrenalin Junkies, die bereit sind für einen Nervenkitzel viel Geld auszugeben, gibt es den Sky Walk und den Sky Jump. Beim Walk geht man angeseilt auf einem schmalen Steg über dem Abgrund um die Spitze des Turms und beim Jump springt man an einem Seil in 11 Sekunden in die Tiefe. Wir wählen das ruhigere Erlebnis und genießen die Aussicht, schauen in alle Himmelsrichtungen.

Einige grüne Hügel mit Kratern ragen aus dem Häusermeer heraus. Einer davon ist der Mount Eden. Mit dem Bus fahren wir zu seinem Fuß und steigen hinauf. Es ist ein erloschener Vulkan mit einem ausgeprägtem Krater. Mit Gras bewachsen. Es ist ein toller Blick.  Im Vordergrund der grüne Krater, dahinter die Skyline, die Meeresbuchten und die Inseln. Das war es dann aber schon mit Sehenswertem im Stadtgebiet. Viele Touristen machen weiter entfernte Ausflüge, aber dazu reicht der eine Tag nicht. In der Innenstadt selbst gibt es keine architektonischen Highlights. Niedrige Gebäude aus der viktorianischen Zeit werden überragt von eher unschönen Hochhäusern. Es gibt keine schönen Plätze, kaum Grün. Nur Einkaufsstraßen und den Hafen.

Interessant ist die Bevölkerung in der Stadt. In der Nähe der Universität ist es, als wären wir in einer asiatischen Stadt. Circa 35 % der Bewohner Aucklands stammen aus dem asiatischen Raum, darunter viele Studenten. Auckland ist multikulturell. Neben Paheka, Europäern, Asiaten und Māori stammen viele Einwohner aus dem pazifischen Raum. Wir haben die Qual der Wahl bei der Auswahl unseres Abendessens. Wollen wir chinesisch, koreanisch, thailändisch oder vietnamesisch essen? Oder doch lieber Fish and Chips? Wir entscheiden uns für ein vietnamesisches Curry und fahren mit der Fähre zurück zu unserer Halbinsel. Von oben war Auckland für uns interessanter und schöner als auf den Straßen zwischen den Hochhäusern. Architektonisch und städtebaulich ist dort noch viel Spielraum. Von der Fähre aus sieht die nun erleuchtete Skyline im Dunkeln wunderschön aus.

Packen ist doof

12. April 2025

Bei Sonnenschein fahren wir los. Wir übernachten heute in dem Motel in Flugplatznähe, wo wir auch bei unserer Ankunft übernachtet hatten. Von dort fährt ein Shuttle zum Airport. Außerdem hatten wir dort unsere großen Taschen für das Radgepäck gelagert. So weit so gut. Wir wollen nur noch schnell bei dem Radladen vorbei, wo wir nach Radkartons für den Transport im Flugzeug telefonisch  nachgefragt hatten. Der Bikeshop hat gerade geöffnet. Die Boxen liegen hinter dem Haus, nehmt euch was ihr braucht, meint ein junger Verkäufer. Doch dort ist nur ein Container mit etwas Pappe drin. Keine Radkartons. Na dann wäre der Müll wohl gerade erst abgeholt worden, bekommen wir gesagt. Also bekommen wir hier keine Boxen. Reservieren wollten sie uns bei dem Telefonat auch keine.

Also weiter. Zu einem Radladen in der Nähe. Fehlanzeige. Sie bauen nur Räder zusammen. Ein kleiner Karton steht vorm Haus. Der hilft uns nicht weiter. Wir rufen noch bei vier Radläden an. Überall Fehlanzeige. Und die Auskunft, dass in letzter Zeit oft nach Kartons nachgefragt wird. Die neuseeländische Fluggesellschaft verkauft angeblich Radboxen. Die wären aber viel zu klein für unsere Räder. Einer der Bikestores hätte auf jeden Fall kleine Kisten und eventuell auch größere, falls heute noch Räder aus großen Kisten montiert werden. Dort fahren wir hin. Es ist Samstag und überall Stau auf Aucklands Straßen. Echt irre. Auto an Auto, Stop and Go. Endlich kommen wir an. Es gibt vier viel zu kleine Kartons. Ein Monteur hat Mitleid mit uns. Er packt schnell ein E-Bike aus. Die Box reicht vielleicht für Sabines Rad. Aus den anderen vier Kartons muss Klaus für sein Rad eine große zurecht schneiden und kleben.

Damit haben wir das zweite Problem. Wir brauchen mehr Paketband und ein Cuttermesser.  Eine Rolle hatten wir schon gekauft. Wir klappern insgesamt fünf Märkte ab und suchen Paketband. Das heißt wir fahren über Straßen mit höllisch Verkehr von Stadtviertel zu Stadtviertel. Rein in die überfüllten Läden, nichts, raus und weiter. Viel Zeit haben wir nicht mehr. In einer Stunde müssen wir den Mietwagen am Flughafen abgeben. Wir sind genervt. Hier gibt es so viele Läden, doch nirgends das was wir brauchen. Sabine macht noch einen Versuch mit einem chinesischen Laden voller Krimskrams. Sie fragt nach Paketband. Haben wir, na klar, dort hinten, so der Asiate. Endlich.

Auf zum Hotel. Ausladen und das Auto weg bringen. Auf die Minute ist Klaus beim Autovermieter und mit dem Shuttle schnell zurück. Jetzt geht es los mit Packen. In die große Box passt Sabines Rad gerade so rein. Aus zwei anderen baut Klaus eine Box für sein Rad. Es ist viel Arbeit. Nach vier Stunden sind die Räder gepackt. Nun noch die Gepäcktaschen in zwei große Taschen verstauen. Mit Paketband und Folie sichern. Fertig. Die Pakete und wir🤪.

Bei unserer nächsten Radtour fahren wir von zuhause nach zuhause. Hundert Prozent. 😀

 

Auf zur letzten Wanderung in NZ…
Am traumhaften Strand…
… und auf dem Cliff Walk an den Mangawhai Heads. Ein Rundweg.
Was für ein Erlebnis!
Diese Aussicht!
Diese Pfade!
Durch den Urwald runter zum…
… Pfad am Meer entlang über und durch die Felsen.
Mal mehr Fels…
… mal mehr Sand, aber nur bei Ebbe zu gehen. Perfektes Timing.
Und noch etwas ein letztes Mal…
… Baden im glasklaren schimmernden Pazifik!
Sabine ist völlig alleine im Ozean…
… ganz alleine!!!
Fast ganz alleine!😀
Abends in Auckland. Der Blick von unserem Hotel auf die Harbour Bridge.
Der Sky Tower strahlt im Abendhimmel.
Am nächsten Morgen nähern wir uns mit der Fähre der Skyline.
Cathedral of St. Patrick and St. Joseph zwischen den Hochhäusern.
Sky Tower von unten.
Aus dem Sky Tower von oben.
Spielzeugautos auf einer Modellbahn!?
Der größte Yachthafen der Südhalbkugel.
Über diesen völlig freien Steg geht der Sky Walk…
… noch mehr Adrenalinausschüttung beim Sky Jump.
Der Mount Eden, ein begrünter Krater von einem der 53 erloschenen Vulkane, auf denen Auckland erbaut wurde
Sabine freut sich über ihre neue NZ-Mütze!
Und noch zwei begrünte Vulkankegel.
Abends mit der Fähre zurück…
… perfekter Blick auf die Skyline und den heute besonders illuminierten Sky Tower zum Poppy Day, einer Spendenaktion für die Veteranen.
Der letzte Tag. Packen. Hier das Packmaterial, die leeren Kisten.
Basteln, Zuschneiden, Kleben, Verpacken…
Fertig!!