Von Weil der Stadt nach Vaihingen – Mit den neuen Rädern, ein Velotraum
10. August 2025
Unsere Velotraum Bikes sind fertig. Wir holen sie in der Fahrradmanufaktur in Weil der Stadt ab. Sie wurden speziell für uns angefertigt. Mit der Deutschen Bahn fahren wir hin und mit den neuen Rädern zurück. Ausgerechnet in der heißesten Zeit des Jahres. Das wird anstrengend. Es sind am Morgen schon fast 30 Grad. Und die Bahn, wie soll es anders sein, hat Verspätung. Wir verpassen unseren Anschlusszug nach Stuttgart und steigen einfach in einen ICE ein. Dann zahlen wir halt im Zug beim Schaffner nach. Der rennt an uns vorbei. An der nächsten Station ist für ihn Feierabend. Auch gut. Mit der S-Bahn erreichen wir Weil der Stadt pünktlich. Mittlerweile sind es fast 40 Grad.
Unsere Räder stehen schon bereit. Zwei als Tourenräder ausgerüstete Gravelbikes. Ein Velotraum in Gelborange für Klaus und ein Velotraum in Grün für Sabine. Wir möchten heute noch bis Vaihingen an der Enz. Trotz Hitze. Dort haben wir ein Hotel gebucht. Unsere Campingausrüstung wollten wir in der Bahn nicht noch mitschleppen. Nach 10 km bemerkt Sabine ein Knacken an dem Rad. Wir fahren zurück und reklamieren. Es liegt an der Gabel. Doch wir sollen ruhig damit fahren. Die Gabel wird dann irgendwann ausgetauscht. Na gut. Wir müssen uns nun sputen. Im Hotel wartet schon der Besitzer. Er will die Rezeption schließen. Das Hotel-Restaurant gibt es nicht mehr. Dafür ist im Ort einiges los. Auf dem Marktplatz ist ein kleiner Sandstrand angelegt. Mit Liegestühlen, Beach Bar, Strandkörben und Matschspielplatz für die Kinder. Eine nette Pizzeria hat noch geöffnet. Ein lauer Sommerabend in einer baden-württembergischen Kleinstadt ist wie im Urlaub im Süden.




Von Vaihingen an der Enz nach Zwingenberg am Neckar
13. August 2025
Wir frühstücken im Hotelzimmer. Alles andere dauert uns zu lange. Heute haben wir 100 km vor uns. Wir starten sehr früh. Es soll nun jeden Tag heißer werden. Die Enz begleitet uns bis zum Neckar. Wir folgen dem Neckartal-Radweg nach Norden. Der Weinbau beherrscht die Neckarufer. Aus den Hanglagen neben dem Fluss lugen kleine Wengerter-Häuschen hervor. Wir fahren durch Heilbronn und bemerken höchstens an dem zunehmenden Radverkehr, dass wir in einer Stadt sind. Einer grünen Lunge gleich zieht sich der Neckar mit dem Radweg parkähnlich durch die Innenstadt. Citybeach oder Neckarbühne laden ein, bei einer Rast die Beine im Wasser baumeln zu lassen. Doch wir müssen weiter. Fast nahtlos reiht sich Neckarsulm an. Wir haben mal gehört, dass es die reichste Stadt Deutschlands sein soll. Auch das Salzbergwerk in Bad Friedrichshall lassen wir links liegen. Am anderen Flussufer sehen wir Bad Wimpfen, die größte Kaiserpfalz der Staufer nördlich der Alpen. Weithin erkennbar an ihrer Silhouette mit den Türmen und Mauern am Ufer des Neckars.
Ab hier beginnt eine herrliche Burgen- und Schlösseretappe. Fast jede größere Erhebung längs des Neckars wird von einer Burg überragt. In großen Schleifen fließt der Neckar tief eingeschnitten immer weiter in den Odenwald. Je höher die Berge werden, desto enger werden die Windungen des Neckars. Wir haben kein Wasser mehr und es ist schrecklich heiß. Ein Dorfbrunnen ist unsere Rettung. Wir halten unsere Köpfe unter das Wasser und machen unsere Trikots nass. Auch das Wasser ist trinkbar. Direkt aus dem Odenwald. Bis zum Naturfreundehaus in Zwingenberg ist es nicht mehr weit. Es ist die einzige Übernachtungsmöglichkeit in der Umgebung. Nachts kühlt es kaum ab. Wir schwitzen auch in der Nacht.










Von Zwingenberg nach Mussbach
14. August 2025
In der Gästeküche des Naturfreundehauses machen wir uns Frühstück. Gestern konnten wir noch kurz vor unserem Ziel einkaufen. Heute fahren wir die letzte Etappe des Neckartal-Radwegs. Sie ist ein Highlight, mit einem gleitenden Übergang von den Bergen in die Rheinebene. Wir starten in der Dämmerung, um noch möglichst lange kühlere Temperaturen zu haben. Zuerst sind wir am linken Neckarufer im Schatten der Berge und Bäume. Diese Teilstrecke des Fernradweges kennen wir schon. Romantische Städtchen und beeindruckende Burgen säumen den Flusslauf. Hirschhorn, Neckarsteinach, Eberbach und Neckargemünd haben sich gemeinsam den Namen „Die Romantischen Vier“ gegeben.
Die letzten Radkilometer bis Heidelberg sind flach und ohne Schatten. Auf Radwegen kommen wir gut durch die Stadt in die Rheinebene. Vor diesem Abschnitt haben wir echt Bammel bei der Gluthitze. Fast kein Schatten und brutal heiß bis Mussbach in der Pfalz. Dort diskutieren wir wieder einmal mit dem Hotelpersonal, weil wir die neuen teuren Räder im frei zugänglichen Hof stehen lassen sollen. Sie würden den Teppichboden im Zimmer verschmutzen. Wir nehmen sie einfach mit in den riesigen Raum. Und kein einziges Staubkorn liegt danach auf dem Boden. Wir kühlen uns im Mussbacher Freibad ab. Hier hatten wir vor Jahren an einem Triathlon teilgenommen. Damals war auch schwimmen möglich. Heute nicht. Unzählige Hitze geplagte Menschen stehen überall im Becken rum. Es ist der einzige kühlere Ort an diesem heißen Sommertag.









Von Mussbach nach Hause
15. August 2025
Die längste und heißeste Etappe erwartet uns heute. 111 km bei Temperaturen in der Sonne von über 40 Grad. Im Pfälzer Wald haben wir noch etwas Schatten. Dafür geht es stetig bergauf. Durch das Elmsteiner Tal bis Johanniskreuz. Wir sehen keine anderen Radfahrer, nur einige Motorradfahrer. Über Heltersberg fahren wir ab ins Schwarzbachtal nach Thaleischweiler-Fröschen. Bis Zweibrücken führt uns der Radweg immer entlang des Schwarzbachs. In Zweibrücken brummt uns der Schädel von der Hitze. Wir legen einen Stopp in einem Eiscafé ein.
Etwas mehr als 30 km liegen noch vor uns. Es ist einer der heißesten Tage, an denen wir jemals Rad gefahren sind. Das spüren wir dann nochmal ganz heftig auf dem Bliestalradweg. Ein glühend heißer Wind weht uns entgegen. Wie bei unserer Wüstenwanderung durch die Sahara. Kein Mensch ist auf dem Radweg unterwegs. Kein Wunder. Endlich sind wir zu Hause. Eine Abkühlung in unserem Minipool im Garten ist uns sicher. Unsere Velotraum Bikes haben ihre Jungfernfahrt gut überstanden. Sie sind auf jeden Fall schon mal Hitze tauglich. Eher als ihre Rider.







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