Déjâ Vú- Peleponnes

03. Mai 2023

In der Nacht stürmt es. Hoffentlich nicht mehr während unsere Fahrt zur Peleponnes. Schnell eine Tasse Kaffee. Räder packen und los. Unsere Fähre fährt um acht Uhr. Das Frühstück nehmen wir mit aufs Schiff. Wir haben ja sieben Stunden Zeit. Am Hafen stehen maximal 10 Autos, eine Vespa und zwei Motorräder. Und ein Reiseradler. Wir sprechen ihn an. James stammt aus Großbritannien. Wir gehen gemeinsam an Bord und zurren unsere Räder fest. Sabine findet einen Schlüssel auf dem Boden. Er muss zu dem Roller gehören. Wir nehmen ihn mit. In der Lounge treffen wir den Rollerfahrer. Er bedankt sich für den Schlüssel. Enzo ist Italiener und lebt nun auf Kreta. Er vermietet Apartments. Gestern hat er uns schon gesehen, als wir durch seinen Ort gefahren sind. Wir setzen uns zu viert an eine Sitzgruppe.

Sieben Stunden Fahrt sind mit interessanten Gesprächspartnern nicht mehr so lang. James hat in Japan Englisch an einer Universität unterrichtet. Dann war Schluss mit dem Job. Nach Großbritannien will er nicht mehr zurück. Er hat sich wie Hunderttausende andere Briten kurz vor dem Brexit einen irischen Pass ausstellen lassen. Mit entfernter irischer Verwandtschaft war dies möglich. So bleibt er EU-Bürger. In Japan hat er sich seine Radausrüstung gekauft. Und ist über Vietnam, Kambodscha, Laos, Thailand, Malaysia bis Singapur geradelt. Von dort ist er nach Istanbul geflogen. Ab Rhodos und Kreta folgt er der gleichen Strecke wie wir. Er möchte sich Europa ansehen und schauen, wo es ihm gefällt . Dort will er sich eine neue Arbeit als Englischlehrer suchen. Wir tauschen Radfahrertipps aus und reden über Gott und die Welt, wie es so schön heißt.

Auch Enzo ist ein interessanter und lustiger Typ und hat viel zu erzählen. Es ist eine kurzweilige Überfahrt. Der Seegang ist heftig. Sabine übersteht ihn mit Hilfe von zwei Reisetabletten. Im Hafen von Gythion trennen sich unsere Wege. Wir machen ein Abschiedsfoto. Hier waren wir schon einmal vor über 33 Jahren auf unserer Hochzeitsreise. Erkennen wir etwas wieder? Wir fahren zum Campingplatz. Dort sind wir damals jeden Tag gesurft. Wie sieht er aus? Déjâ-Vú oder alles anders? An die lange Einfahrt durch den Olivenhain erinnern wir uns. Der Strand mit der Kulisse der Berge kommt uns bekannt vor. Und wir sehen in der Ferne unseren Hochzeitsberg, den Taygetos. Auf ihn sind wir damals gestiegen. Einziger Unterschied zu heute, er war im Oktober nicht mit Schnee bedeckt.

 

04. Mai 2023 – Um die Mani

Die Mani, das ist der mittlere Finger der Peloponnes, wollen wir uns auf jeden Fall ansehen. Es geht wohl wieder nach Süden und nicht in Richtung Heimat, aber wir haben die Mani von unserer Hochzeitsreise als schönsten Teil Griechenlands in Erinnerung. Die Küstenstraße ist traumhaft schön. Aber anstrengend. Insgesamt müssen wir 1300 hm überwinden. Oft richtig steil. Es ist heiß. Es weht kaum Wind. Immer wenn wir denken, es geht nur noch bergab, kommen neue Steigungen. Doch die Mühen lohnen sich. Die Mani hat nichts von ihrer Schönheit verloren. Im Gegenteil.

Die typischen Dörfer mit Türmen aus Stein sind nicht mehr zerfallen. Sie werden oft saniert und für einen sanften Tourismus hergerichtet. So bleiben die Ortsbilder erhalten. In der Mani haben die Menschen immer schon isoliert gelebt. Bis ins 19. Jh. war die Blutrache (Vendetta) an der Tagesordnung. Gegen verfeindete Clans aber auch gegen Angreifer wie Piraten oder Osmanen. Dazu bauten sie ihre Häuser als Wehrtürme. Mächtige Quader aus Stein mit Fenstern als Schießscharten. Höher als 20 m durften sie nicht sein. In unserem Zielort haben wir ein typisches Turmzimmer in einem alten Gebäude gebucht. Es ist niedrig und klein. Wir fühlen uns wie in einer Burg. Gleich daneben ist ein Kiesstrand und eine Bucht mit hellblauem Wasser. Die Abkühlung in den Wellen tut gut. In der Taverne an der Bucht stärken wir uns mit griechischem Salat und Fischplatte. Morgen geht es wieder auf und ab, weiter um die Mani.

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Und wieder eine Fähre, nach Peleponnes. Insgesamt waren wir 65 Stunden auf See!
Kurzweilige Überfahrt mit James und Enzo 😄
Kurzer Halt in Antikythera…
… und Kythera…
… bis wir auf Peleponnes in Gythion anlegen.
Tschüss Enzo! Tschüss James! 👍
Beruhigendes Wellenrauschen auf Camping Meltemi.
Der Höhepunkt unserer Hochzeitsreise vor 33 Jahren, der 2.407 m hohe Taygetos.
Wir umrunden mit 1.300 Höhenmetern die Halbinsel Mani.
Da müssen wir noch hoch.
Wir rasen den Berg hoch.
!!!
Fast oben: Daumen hoch!
Noch 200 Meter bis zum Pass.
Geschafft! Jetzt geht’s bergab!
Die Westküste der Mani.
Schöner kann…
…es kaum sein. Genuss pur.
Unser verschlafenes Tagesziel Gerolimenas.
Stilechte Übernachtung in einem typischen Mani-Turm.
Wir belohnen uns mit mini griechischem Salat…
… und einer extra kleinen Fischplatte.

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