Auf dem Jotunheimvegen

4. Juli 2026

Mit unserem Bulli fahren wir in den Skiort Beitostølen. Nur 40 km weiter, aber immer bergauf. Zweimal war der Biathlon-Weltcup-Ort schon Ausgangspunkt einer unserer Skitouren. Bei der letzten hatten wir 24 Grad minus und Wind, der wie Nadeln im Gesicht wirkte. Heute ist es auch nicht gerade sommerlich. Wir ziehen wärmere Radkleidung an und Handschuhe. Ein kalter heftiger Wind weht uns entgegen. Genauso hat Sabine sich Beitostølen im Sommer vorgestellt. Sogar beim Bergauffahren wird uns nicht warm. Auf der Bergstraße nach Bygdin herrscht reger Verkehr. Die Autofahrer halten beim Überholen fast alle genügend Abstand zu uns.

Kurz vor der zweiten Passhöhe biegen wir ab. Auf den Jotunheimvegen. Eine unbefestigte Straße, die Teil eines Radweges ist. Für den gesamten Mjølkevegen bräuchten wir ein paar Tage. Und den Jotunheimvegen fahren wir auch nicht komplett. Nur bis nach Haugseter, einer Fjellstue. Dort gibt es Kaffee und Kuchen. Wir fragen, ob das Carrot Cake wäre. Die nette junge Studentin, die hier im Sommer aushilft, antwortet schlagfertig: Ja, aber ohne Karotten! Wir lassen uns den Nuss-Karamell-Kuchen schmecken.

Dann müssen wir den gleichen Weg wieder zurück. Es geht auf und ab. Auf dem Hinweg mit Rückenwind, zurück gegen den Wind. Die Aussicht ist atemberaubend. Vorbei an riesigen Seen. Kleine rote Holzhäuser säumen die Ufer. Ziegen und Kühe laufen auf der Straße. Milchkannen stehen auf Holzständern zum Abholen bereit, schließlich ist es der Mjølkevegen. Im Westen ragen die ersten Gipfel von Jotunheimen hervor. Sie sind noch schneebedeckt. Autos gibt es nur vereinzelt. Es ist eine Mautstraße. Autofahrer müssen zahlen, Radfahrer nicht. Die Sonne kommt zum Vorschein. Uns wird wieder warm. Wir genießen unsere Tour. Schöner können wir die Berge Norwegens nicht erradeln. Die Abfahrt nach Beitostølen ist schnell. In der Sauna auf dem Campingplatz wird uns dann wieder richtig warm. Und für die Nacht kramen wir aus unseren Wanderrucksäcken die Schlafsäcke hervor. Mit Sommerdecken und Schlafsäcken werden wir sicher in der kalten Nacht hier oben nicht frieren.

Mit dem Rad geht’s von Beitostølen zunächst mal 400 m bergauf…
… bis zu einer 1.166 m hohen Passhöhe neben dem markanten Berg Bitihorn.
Abfahrt
… nach Bygdin.
Hier waren wir im März 2023 mit unseren Backcountry-Ski.
Jetzt wird es einsamer…
… wir biegen auf den Jotunheimvegen ab.
Dort wollen wir hin, noch circa 12 km auf und ab zu einer Fjellstue.
Doch nicht so einsam!
Eine spektakuläre Gravelroad am Vinstre-See
Alles grün…
… mit flauschigem Wollgras.
Ist das nicht toll?
Nach faszinierender Berglandschaft…
… biegen wir ganz gezielt ab.
Aufwärmen bei Kaffee und Carrot Cake ohne Karotten 😅.
Glückliche Kühe sind jetzt die einzigen Begleiter.
Und genauso klasse ist der Rückweg,…
… außer dass wir gegen den Wind ankämpfen müssen.
Und die Geislein verabschieden uns nochmals vom Jotunheimvegen.

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