Die Stabkirche von Borgund

28. Juli 2026

Dauernd schauen wir uns den Wetterbericht an. Als wollten wir nach schönem Wetter suchen. Tatsächlich finden wir heute in Lærdal ein Schönwetterfenster. Es ist nicht weit bis Lærdal. Und nur eine Fähre, unsere letzte. Außer Oslo-Kiel. Wir schwingen uns auf die Räder und fahren 30 km bergauf nach Borgund. Durch ein Tal mit vielen Apfelbäumen. Nur zweimal müssen wir auf die Hauptstraße. Ansonsten fahren wir über Nebenstraßen und am Ende über die Historik Rute, die alte Straße, an einem tosenden Fluss durch eine Schlucht. Nur wenige Autofahrer nehmen den Weg. Die meisten fahren durch einen Tunnel. So sind sie schneller in Borgund.

Dort steht die besterhaltene Stabkirche Norwegens. Sie ist eine Touristenattraktion. Ihr Holz stammt aus dem Jahr 1130. Sie wurde nie umgebaut oder erweitert. Also ein Prototyp einer Stabkirche aus dicken Stämmen. Sie steht auf einem Steinsockel und ihr Holz ist zur Konservierung dick mit Teer eingeschmiert. Wir schauen sie uns in Ruhe an und versuchen Fotos ohne Menschen und Autos zu machen. Schwierig. Unsere Rückfahrt sollte eigentlich flott sein. Es geht immer bergab. Doch Gegenwind bremst uns etwas. An wilden Johannisbeer-Sträuchern pflücken wir uns die Radflaschen voll. Durch das alte Lærdal mit engen Gassen und bunten Holzhäusern geht es zum Campingplatz am Meer. Das letze Mal am Fjord. Und wir waren immer noch nicht im Nordmeer baden. Dann halt heute. Mutig tauchen wir kurz ein in das kalte Wasser.

Gerne würden wir Sarah etwas Kühle abgeben. Sie passiert Grenze um Grenze im Balkan. Und bekommt nach einem supersteilen Parcours mit einer Abfahrt über die alte olympische Bobbahn in Sarajewo ihren dritten Stempel. Als erste Frau.

Flucht vor dem Regen

29. Juli 2026

Flåm und Eidfjord haben wir als nächste Ziele geplant. Heftigen Dauerregen melden alle WetterApps für die nächsten Tage, Gewitter, Starkregen, Überschwemmungs- und Bergrutschgefahr. Dann eben nicht. Wir planen neu, nach Süden ins Landesinnere. Wir flüchten quasi vor dem Regen. Es kommt uns etwas komisch vor. Und erinnert uns an das Buch von Maja Lunde, das wir beide gelesen haben. Sie beschreibt in Die Geschichte des Wassers die Apokalypse im Süden Europas. Hervorgerufen durch Wassermangel, Dürre und Waldbrände. Ein momentan reales Szenario besonders in Frankreich. Das einzige Land mit Wasser ist Norwegen. Wie heute. Doch uns ist es aktuell etwas zu viel Nass von oben.

Der Vormittag ist noch schön. Wir fahren hinauf ins Aurlandsfjellet. Steil hinauf. Unser armer Bus. Die Kurven schafft er gerade so im zweiten Gang. Die Straße ist eng. Gegenverkehr kann nur an Ausweichstellen passieren. Stop and Go. Schade, dass wir ganz oben nicht anhalten können. Dass wir überhaupt nicht anhalten können. Am Aussichtspunkt auf den atemberaubenden Aurlandsfjord wartet Klaus mit laufendem Motor. Sabine läuft zum Stegastein, dem Viewpoint. Und drängelt sich durch die Selfie machende Menschenmenge. Glücklicherweise hat Klaus beim Fahren gleich darauf fast den gleichen Ausblick. Dann muss er sich auf die Abfahrt konzentrieren.

Es geht in Schwindel erregenden Serpentinen hinab zum Fjord. Dort wollten wir eigentlich bleiben. Aber nicht im Regen. Dicke Wolken ziehen schon auf. So quälen wir unseren Bulli nochmal hoch in den Hallingskarvet Nationalpark. Durch etliche Tunnels mit extremer Steigung. Es gießt in Strömen. Wir beschließen so lange zu fahren bis das Wetter besser wird. Über Geilo bis Uvdal. Leider regnet es dort immer noch. Doch kaum sind wir angekommen, scheint die Sonne. Wir machen einen Spaziergang zu der Stabkirche von Uvdal. Und rudern auf dem See am Campingplatz. Unsere Autofahrt war anstrengend.

Sarah ist diese Strecke und mehr in einem Tag mit ihrem Rad gefahren. Unvorstellbar. Und heute ist sie schon in Montenegro. Fast 4.000km und Tausende Höhenmeter hat sie in 10 Tagen zurückgelegt.

Unsere heutige Radrunde beginnt in Lærdal
Parallel zur Mainroad finden wir eine traumhafte Historik Rute…
… bis zur Stavkirke Borgund…
… die am besten erhaltene Stabkirche Norwegens.
Die Holzkonstruktion…
… mit feinster Schnitzerei.
Die Holzschindeln und die komplette außenliegende Konstruktion…
… ist mit einer dicken Teerschicht geschützt.
Es geht zurück…
… ins Gamle-Viertel von Lærdal.
Eisig, aber wenigstens einmal wollen wir ins Nordmeer🥶.
Nach schaurigen Wetterprognosen planen wir unsere Restroute um.
Unser Bulli muss sich über das Aurlandsfjellet quälen…
… wir sind beeindruckt von der gespenstischen Landschaft.
Ein netter Wegbegleiter begrüßt uns. Ein Hermelin.
Selfie-Touri-Ansturm am Stegastein…
… aber die Aussicht in den Aurlandsfjord ist noch beeindruckender als die in den Geirangerfjord
… auch bei der spannenden steilen und engen Talabfahrt.
Wir quälen unseren Bulli durch die steilsten Tunnel…
… bis in den Hallingskarvet Nasjonalpark. Im Tunnel fahren wir unter der DNT-Geiteryghytta durch, die wir im letzten Winter wegen Sturm nicht erreichen konnten.
Unser Plan geht auf. Am heutigen Ziel scheint kurz nach unserer Ankunft die Sonne.
Rechtzeitig für einen Spaziergang am Nachmittag zur Stabkirche von Uvdal.
Mit reichen Verzierungen…
Adam und Eva können den Apfelplantagen im Tal nicht widerstehen.
Und nochmal ein Ro Ro Ro für die Norweger.😅