30. Juli 2026
Im Winter wollten wir in der DNT-Hütte Solheimstulen zu unserer Skitour in die Hardangervidda starten. Es war schon eine Planänderung, nachdem Rjukan nicht geklappt hat. Mehr dazu in unserem Blog über die Skitour 2026. Jetzt sind wir in der Nähe. Ungefähr 40 km entfernt. Jedoch im Tal. Es gibt eine Gravelstrecke abseits der Hauptstraße bis zur Auffahrt ins Fjell. Dann eine Mautstraße bis zur Hütte. Mit unseren Mountainbikes kein Problem. Wir fahren bis über die Baumgrenze. Wir sind oben.
Zum ersten Mal im Sommer in der Hardangervidda. Loipenpläne und übriggebliebene Kvister weisen auf die Wintersaison hin. Vor Solheimstulen gibt es Wegweiser auf die Hütten Rauhelleren und Mårbu. Unsere Ziele im Winter. Damals leider geschlossen. Heute bleiben wir nicht in Solheimstulen. Wir müssen ja noch zurück zum Campingplatz. Vorher gibt es noch eine Stärkung mit Kaffee und Kanelknuten. Es sind die besten bisher.
Sarah agiert währenddessen taktisch. Sie verschiebt ihre Schlafenszeit nach hinten. Übernachtet am Strand des Ohridsees und verschafft sich so einen dreistündigen Vorsprung vor ihren Verfolgerinnen. Und wir fiebern mit.
Wandern in der Telemark
31. Juli 2026
Wir haben im Reiseführer ein schöne Wanderung in der Nähe von Kongsberg entdeckt. 100 km sind es bis dahin. Etwas außerhalb ist ein Campingplatz. Zum Start der Wanderung können wir mit den Rädern fahren. Wir fahren einen Weg mit teilweise ausgewaschenem Schotter bergauf. Die Räder verstecken wir in den Heidelbeerbüschen im Wald. Über einen schmalen Pfad wandern wir hinauf in die Telemark. Vorbei an Relikten historischer Silberminen.
Es ist eine ganz andere Landschaft als in der Hardangervidda. Die Kiefernwälder reichen bis in die höchsten Erhebungen. Wir wandern durch Beerensträucher und blühendes Heidekraut. Über Felsen und vorbei an Mooren und kleinen Seen. Der Nadelwald scheint unendlich. Und am Ziel gibt es auch heute eine Hütte, die Knutehytta. Spezialität auch hier Kaffee und, der Name sagt es schon, Kanelknuten. Beim Abstieg finden wir unsere Räder wieder. Über Gravel und Landstraße fahren wir zurück.
Es wird eine anstrengende schlaflose Nacht. Für uns, weil wir dauernd Sarahs Tracker verfolgen. Aber besonders für Sarah. Es ist ihr letzter Tag des Rennens. In der Nacht will sie in Kalamata ankommen. Es wird ihr schlimmster Tag. Müdigkeit, Hitze, wahnsinnig steile Anstiege und Abfahrten, Sturmböen und Rauch von Waldbränden lassen sie nur langsam vorankommen. Ihr Vorsprung vor ihrer Konkurrentin ist groß. Sie kämpft gegen alle Widrigkeiten und kommt nach 12 Tagen, 11 Stunden und 1 Minute stolz und erleichtert morgens ins Ziel. Als Siegerin des renommiertesten Ultra-Radrennens überhaupt. Wir sind sooo stolz auf sie und so erleichtert.
Pensionärswanderung
1. August 2026
Wir sind müde nach unserer unruhigen Nacht. Heute ist Sabines erster Tag als Pensionärin. Ihr erster offizieller Tag im Ruhestand. Also planen wir passend dazu einen Spaziergang. Doch der Spaziergang entpuppt sich als anstrengende Wanderung. Wir gehen die vorgeschlagene Route des Campingplatz-Inhabers. In die Wildnis der Telemark. Wir treffen niemanden auf der ganzen Strecke. Nur frische Elchspuren. Er versteckt sich irgendwo im Wald. Der Weg ist mühsam. Es geht steil bergauf. Der Pfad ist meistens nur einen Fuß breit. Wir kommen nicht voran. Wir laufen durch Beerensträucher, über Felsen und Moore und vorbei an vielen Moorteichen und Seen. Trotzdem gibt es keine Moskitos. Wie fast überall bisher in Norwegen. Unsere ganzen Mückenschutzmittel können wir uns für zuhause aufheben. Eine Hütte mit Kanelknuten gibt es heute nicht. Doch wir haben unser Picknick mitgenommen. Für 12,5 km brauchen wir über 5 Stunden. Es ist alles andere als ein Pensionärs-Spaziergang. Aber ab jetzt haben wir ja Zeit.





















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